Anekdoten

Der auf dem Thron saß

By 29. August 2016 No Comments
Thron Kreta

Wie auf jeder Tour haben die Teilnehmer an einem Tag die Möglichkeit, diese fantastische Insel auf eigene Faust per Motorrad zu erkunden. Grundsätzlich erkläre ich am Begrüßungsabend, dass wenn sie alleine fahren wollen, mir nur kurz erzählen, in welche Region sie fahren wollen, damit im Notfall grob weiß, wo ich sie finden kann.

DER AUF DEM TROHN SASS (Name von der Redaktion geändert), war ja nach eigener Aussage, schon auf sehr vielen Motorradtouren in Europa unterwegs gewesen. Nur an diesem Freitag und es war kein 13. hatte ihn sein Glück etwas verlassen.

10.43 Uhr mein Telefon klingelt!

Ich nehme ab und sage: Hallo!

Antwort:
Ich bin es, DER AUF DEM TROHN SASS! Verdammte Scheiße ich komm hier nicht mehr raus.
Frage von mir!
Wo kommst Du nicht mehr raus?

Antwort:
Aus diesem verdammten Scheißhaus!

Erstes Grinsen meinerseits am Telefon!

Frage von mir:
Wie, hasst Du Durchfall?

Antwort:
Mir ist gar nicht zum lachen, ich will hier raus!

OK, es wurde ernst! Es war kein Durchfall und keine Verstopfung.

Was ist den los, fragte ich! Wie kann ich Dir helfen.

Nun kam die Schilderung seines Problems!

DER AUF DEM TROHN SASS, hatte während seiner Tour ein leichtes Drücken in seinen untern Gedärmen gespürt und die nächste Taverne angesteuert, um sich ein wenig zu erleichtern. Ohne auch nur zu Fragen, steuerte er die Außentoilette mit zusammengekniffenen Pobacken im Schnellschritt an. Tür auf, Hose runter und die Erleichterung ließ nicht lange auf sich warten. Nachdem er die Schweißtropfen von seiner Stirn abtupfte und sein Geschäft erledigt war, zog er sich, so wie wir es alle machen, die Hose hoch und wollte diesen Ort seiner Erleichterung verlassen. Der obligatorische Griff zur Türklinke war im ja bekannt. Ein Dreh nach rechts um die Schließautomatik zu öffnen und dann nur die Türklinke drücken.
Doch leider ließ sich nichts nach rechts Drehen. Also griff er zur Türklinke, die er im selben Augenblick in der Hand hatte. Das Gegenstück, fiel auf der andern Seite der Tür zu Boden.

Alle Versuche die Tür von innen zu öffnen, scheiterten!

Rufen! Rufen um auf sich aufmerkbar zu machen, das muss ja klappen! Dachte er! Nur Leider war er in einer Zeit, wo sonst niemand diese Taverne besuchte und die alte Dame die er bei seinem schleunigen Besuch in der Taverne sah, in aller Selen Ruhe ihren Mittagsschlaf hielt. (Erst jetzt ist mir klar, wie wichtig ein Handy auf der Toilette ist).

Ich konnte vor lachen kaum das Telefon in der Hand behalten!

DER AUF DEM TROHN SASS, sagte selbst lachend, dass es gar nicht witzig sei, worauf ich mich gar nicht mehr einkriegen konnte.

Mit zitternder Stimme fragte ich dann, wo er den sei?

Auf einem Scheißhaus irgendwo auf dieser Insel, waren Seine Worte!

Wieder überkam mich ein Lachanfall. Ok, bleib ganz ruhig, ich hole Dich da raus. Wo in etwa bist Du den, fragte ich kleinlaut?

Keine Ahnung, ich glaube irgendwo im Süden!
Na ja, die südliche Küste von Kreta hat so ca. 400 km Küstenlänge, dachte ich mir! Kann ja nicht so schwer sein Ihn zu finden. Wasser hatte er ja genug!

Ne, jetzt mal nach Logik, sagte ich! Kannst Du Dich noch an Namen oder Gebäuden von den Orten wo Du durchgefahren bist erinnern?

DER AUF DEM TROHN SASS, musste etwas überlegen, aber er konnte mir ein paar markante Punkte wiedergeben. Nach dreimaligen hin und her, hatte ich so in etwa die Toilettenkoordinaten.

Bleib locker und entspann Dich, ich denke das ich in ca. 1 Stunde bei Dir bin, sagte ich sehr freundlich!

1 Stunde, bist Du bekloppt, war seine kurze Antwort, ich trete jetzt die Tür ein!

OK, ich werde Gas geben, mach es Dir so lange bequem, lachte ich!

Ich schnappte mein Motorrad und fuhr in die Region, wo ich ihn vermutete! Agi Deka! Schon an der ersten Taverne in Agi Deka, sah ich sein Motorrad vor der Tür stehen. Ich stieg ab und betrat die kleine Taverne. Das Mütterchen saß noch immer schlafend in Ihrem Stuhl und bekam von diesem Desaster nichts mit. Mit leisen schritten ging ich auf die Toilette zu! Die Worte und Flüche die ich, da er nicht wusste, dass ich an der Tür stand vernommen habe, werde ich hier nicht wiedergeben.

Mit voller Wucht schlug ich an die Tür und sagte lachend: Das war aber eine BESCHIEßENE Tour! Ich nahm die Türklinke und befreite unseren Helden aus seiner misslichen Situation!

Wir lagen uns nach dieser Notöffnung in den Armen und haben uns vor lachen nicht mehr eingekriegt! Das dieser kleiner Unfall ( mit Genehmigung des Hauptdarstellers) in den darauf folgenden Tagen das Thema Nr. 1 im Hotel war, spricht für sich!

Fazit: Alleine fahren kann ganz schön BESCHISSEN sein! Und nie ohne Handy!

Silvio Schmidt

Author Silvio Schmidt

Als Veranstalter und Tourguide mit mehr als 25 Jahren Kreta-Erfahrungen kennt Silvio sich bestens aus und ist mit nahezu jeder Strecke per Du. Kaum einer kennt die Insel Kreta aus der Sicht eines Motorradfahrers besser als er.

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